Wie sieht die aktuelle Lage in Bezug auf Unternehmensnachfolge aus?
Laut einer Studie der KMU Forschung Austria (2021) steht in den kommenden Jahren rund ein Drittel aller Familienunternehmen vor einer ungeklärten Unternehmensnachfolge. Allein in den Jahren 2024 und 2025 planen rund 215.000 mittelständische Unternehmen eine Nachfolge – während bei weiteren 231.000 Betrieben eine Stilllegung ernsthaft im Raum steht (KfW, 2025). Hinter den Zahlen steht eine zentrale Frage: Warum überhaupt ein Unternehmen übernehmen, wenn man selber gründen kann? Aktuelle Daten der Credit Suisse (2022) zeigen, dass Nachfolger:innen vor allem intrinsisch motiviert sind: 87 % glauben an die Geschäftsidee, 74 % fühlen sich eng mit Unternehmen und Mitarbeitenden verbunden. Unternehmensnachfolge vereint Risiko und Chance. Risiko, weil Übergeber zwar meist gut vorbereitet sind und Berater:innen an ihrer Seite haben, Übernehmer:innen die Übergabe jedoch oft unterschätzen – im Gefühl, den Betrieb ohnehin schon geführt zu haben. Mit der offiziellen Verantwortung zeigt sich dann, dass sie weit mehr umfasst als das Tagesgeschäft. Chance, weil die nächste Generation mit Leidenschaft und Überzeugung antritt und damit neue Impulse für die Zukunft setzt.

